Geld und Liebe

Ich wollte nie von einem
anderen Menschen abhängig sein. Wie kann ich das ändern?

»Klar, in einer Beziehung ist man füreinander da. Aber wenn einer dem anderen ewig auf der Tasche liegt, kann das auf Dauer nicht gut gehen.«

Damit das anders wird,
hätte ich schon ein paar Ideen.

Streit ums Geld ist der häufigste Grund für Trennungen. Das fanden Soziologen der Universität von Virginia (USA) in einer Studie mit 10.000 Frauen und Männern heraus, die in Beziehungen leben¹. Die Teilnehmer wurden danach befragt, worüber sie sich mit ihrem Partner am häufigsten streiten: Geöffnete Zahnpastatuben, liegen gebliebenes Geschirr, unterschiedliche Ideen für die gemeinsame Freizeitgestaltung, persönliche Vorlieben oder Grenzen beim Sex gehörten dabei noch zu den eher harmlosen Streitpunkten. Der „dickste Hund“ beim Beziehungskrach war … das liebe Geld.

1 Download: Dew, Jeffrey/Dakin, John: „Financial Disagreements and Marital Conflict Tactics“, Universität Utah/USA (2011)

Wegen Geld sagt man sich doch nicht gleich Adieu – oder?

Zehn Jahre später wurde die Befragung wiederholt. Ergebnis: Paare, die sich in dieser Zeit getrennt hatten, taten dies überwiegend wegen unterschiedlicher Vorstellungen über den Umgang mit der Haushaltskasse oder aufgrund einseitiger finanzieller Abhängigkeiten.
Bei verheirateten Paaren ließen Geldstreitereien die Trennungsquote um 25 Prozent nach oben schnellen, bei unverheirateten war dieser Grund sogar in 70 Prozent der Fälle für die Trennung verantwortlich.

Warum reden wir öfter über Geld als zum Beispiel über unsere Beziehung?

Nur bei 25 Prozent der Paare ist das Einkommen ausgewogen, sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung.

Was kann man tun, damit Geld nicht unsere Liebe kaputtkriegt?

Fünf praktische Ratschläge, die Streit ums Geld in einer Partnerschaft vermeiden helfen:

1

LIEBER RECHNEN STATT STREITEN

Offen und sachlich miteinander sprechen. Dabei lieber erst einmal nachfragen, warum der Partner die Stirn runzelt, wenn der gemeinsame Urlaub wegen der Zahnspange für die Älteste oder der Nachhilfe für den Jüngsten diesmal kürzer ausfällt als geplant. Gemeinsam in Ruhe durchrechnen, was geht und was nicht.

2

ALLEINGÄNGE VERMEIDEN

Entscheidungen über größere Ausgaben oder langfristige Finanzpläne sollten möglichst gemeinsam getroffen werden. Alleingänge sollten die Ausnahme bleiben.

3

WERTSCHÄTZUNG ÜBEN

Das kommt häufig vor: Ein Partner geht arbeiten, der andere kümmert sich um Haushalt und Kinder. Was dabei oft übersehen wird: Ein Arbeitstag endet in der Regel nach „acht Stunden“. Doch die Arbeit Zuhause ist, vor allem für Mütter, oft ein 24-Stunden-Job. Tagsüber einkaufen, putzen, Wäsche waschen – abends eine gute Zuhörerin sein und nachts vom Zähnekriegen im Kinderzimmer geweckt werden. All das kostet Energie … und ist de facto unbezahlte Arbeit.

4

STRESSFREIE KONTOSTRATEGIE

Gemeinschaftskonten als einzige Bankverbindung sind nur selten eine gute Idee. Allerdings macht ein gemeinsames („und“-) Konto für die Begleichung der monatlichen Rechnungen wie Miete, Heizung und Strom durchaus Sinn. Paare, bei denen darüber hinaus jeder sein eigenes Konto behält, fühlen sich meist freier und vermeiden von vornherein unnötigen Streit, da jeder für sein persönliches Budget allein verantwortlich ist.

5

VERSICHERUNGEN CHECKEN

Wer familienorientierte Policen wie Haftpflicht oder Hausrat zusammenlegt, spart Geld. Die eingesparte Differenz kann schließlich für die Altersvorsorge genutzt werden. Dabei gilt: private Rentenversicherungen lieber getrennt abschließen, bei Risikoversicherungen im Versicherungsfall den Partner begünstigen. Investmentfonds wiederum können wahlweise allein oder gemeinsam angelegt werden. Immer nach dem Grundsatz: „Jeder für sich und alle für einen!“

Was kann ich denn konkret gegen eine Ungerechtigkeit tun?

Unsere ExpertInnen rufen Sie sehr gerne dazu an.

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