Im Alter arm? Nicht mit mir!

Wie sieht mein Leben in
2O oder 3O Jahren aus?
Ich will Sicherheit.

»Altersarmut macht mir Angst. Warum sind gerade Frauen davon betroffen? Ich will endlich wissen, was wirklich auf mich und meine Familie zukommt.«

Ich brauche Fakten!


In Deutschland steigt der Anteil der älteren Menschen rasant: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts werden im Jahr 2060 fast 40 Prozent aller in Deutschland lebenden Menschen älter als 60 Jahre
alt sein. 
Zugleich leben die Menschen länger als früher: Das Statistische Bundesamt hat hochgerechnet, dass im Jahr 2060 Männer auf eine durchschnittliche Lebenserwartung von 85,6 Jahren kommen und Frauen im Schnitt sogar über 90 Jahre alt werden.

»Jeder möchte doch möglichst lange, gut und zufrieden leben.«

Warum ist das so schwierig?

Viele Menschen, die zu den geburtenstarken Jahrgängen um 1960 gehören, gehen ab dem Jahr 2022 in Rente. Dieser sogenannte Babyboom belastet die gesetzlichen Rentenkassen in wenigen Jahren zusätzlich:
Die zu erwartende Überalterung der Bevölkerung hat negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung, da die Anzahl der Erwerbstätigen unter 65 Jahre nicht mit dem Anstieg der Rentner Schritthalten kann. Trotz steigender Rentenbeiträge wird die Differenz zwischen Beitragseinnahmen und Rentenausgaben dadurch immer größer – der Staat muss immer mehr Geld zuschießen, um die Ausgaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) zu decken. Das belegen Statistiken der DRV¹ sowie eine Studie des IMK-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung zur „Entwicklung der Rentenausgaben in Deutschland“². Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die zu erwartenden gesetzlichen Renten aller Voraussicht nach viel niedriger ausfallen werden. Fakt ist auch: Das Risiko für Altersarmut in Deutschland steigt bereits in den nächsten drei Jahren auf 20 Prozent an. Das geht aus einer aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.³

1 Deutsche Rentenversicherung (DRV): Versichertenbericht 2017, Statistische Analysen zu den Versicherten der Deutschen Rentenversicherung

2 Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung:„Entwicklung der Rentenausgaben in Deutschland“, Düsseldorf 2017

3 „Entwicklung der Altersarmut bis 2036“, Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZWE) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung,Gütersloh 2017

»Ich gehöre doch nicht etwa zu denen, die im Alter abgehängt sind.«

Oder …?

Schon bald wird jeder fünfte Rentner von Altersarmut betroffen sein. Dabei sind in Ostdeutschland mehr Menschen davon bedroht als in den alten Bundesländern. Jede dritte alleinstehende Frau gilt in Zukunft als armutsgefährdet. Damit gehören Frauen zu der am meisten von Altersarmut bedrohten Bevölkerungsgruppe – noch vor Menschen, die keine Ausbildung haben und Langzeitarbeitslosen.
Die Gründe dafür liegen vor allem in einer Zunahme „flexibler Arbeitsverhältnisse, unterbrochenen Erwerbsbiografien und einem geringen Einkommen“.¹

1 „Entwicklung der Altersarmut bis 2036“, Studie desDeutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZWE) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2017

Wir werden immer älter

Im Vergleich zum Jahr 1960 steigt die Lebenserwartung bei Frauen und bei Männern bis zum Jahr 2060 um mehr als 15 Jahre. Wir werden immer älter, und damit erhöht sich auch unsere Rentenzeit.

Infografik

Durchschnittliche Lebenserwartung
in Deutschland

66,9
72,4
1960
69,6
76,3
1980
74,8
80,8
2000
79,1
84,1
2020
82,1
86,6
2040
84,8
88,8
2060
Männer Frauen

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Was kann ich tun, um mich im Alter ausreichend abzusichern?

Eine private Vorsorge ist ein Weg aus der Altersarmutsfalle. Und je früher frau damit beginnt, desto höher fallen die späteren Erträge aus. Welche Vorsorgelösung im Einzelfall geeignet ist, hängt allerdings von individuellen Faktoren ab – zum Beispiel Alter, Familienstand und Einkommen.

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Wer später sorgenfrei leben möchte, sollte so früh wie möglich auf Sicherheit setzen. Je nach Eintrittsalter, aktuellem Einkommen und persönlichen Ansprüchen an den späteren Lebensstandard kommen verschiedene Lösungen in Betracht. Es gibt drei Säulen, auf der die Absicherung der eigenen Zukunft basiert:

Altersvorsorge

Die alljährliche Renteninformation, die von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) verschickt wird, klingt meist vielversprechend: „Sollten bis zum Rentenbeginn Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre gezahlt werden, bekämen Sie von uns eine monatliche Rente von …“. Doch in vielen Fällen wird schnell klar: Der bisherige Lebensstandard lässt sich allein mit der gesetzlichen Rente im Alter nicht halten, oft reichen die von der DRV hochgerechneten Beträge nicht einmal zum Leben. Um diese Versorgungslücke zu schließen, ist eine private Rentenversicherung wichtig.

Risiko-Absicherung

Dieses „Sicherheitspaket“ bietet mehrere Möglichkeiten, um auch größere Risiken abzudecken. Das beginnt bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, die dann einspringt, wenn die Berufsausübung aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen – etwa nach einer schweren Erkrankung – nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich ist. Eine Grundfähigkeitsversicherung schützt, wenn die Kräfte nicht mehr zum Gehen, Treppensteigen oder Autofahren reichen. Auch dem Risiko einer schweren Erkrankung kann mit einer individuell abgestimmten Versicherung (zum Beispiel der „Schwere-Krankheiten-Vorsorge“ von Canada Life) begegnet werden. Und eine Risikolebensversicherung bewahrt den Partner im Todesfall vor unerwartet eintretenden Verpflichtungen.

Investment-Bausteine

Geldanlagen schützen vor Altersarmut und damit einhergehenden Einschränkungen beim Lebensstandard. Die Möglichkeiten reichen von Versicherungspaketen, die individuelle Einzelfonds enthalten, bis hin zu fondbasierten Lebensversicherungen (zum Beispiel „Unitised with Profits“ von Canada Life). Fazit: Wer sein Vermögen heute sicher anlegt, kann morgen sicher leben.

Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als derzeit 958 Euro im Monat zum Leben haben. Schon heute sind viele Rentner auf die gesetzliche Grundrente angewiesen. Diese beträgt aktuell 814 Euro im Monat.

Studien belegen: Verarmte Rentner können ihren Lebensunterhalt nur noch mit Mühe bestreiten. Viele müssen in kleinere Wohnungen umziehen und werden dadurch aus ihrem vertrauten Umfeld gerissen. Kosten für teure Medikamente und spezielle Therapien belasten das schmale Portemonnaie zusätzlich. Die Teilnahme am sozialen und kulturellen Leben ist nur noch „auf Sparflamme“ möglich.

Die Folgen im Alltag können einschneidend sein:

Viele ältere Menschen sind zur Deckung ihrer Lebenshaltungskosten für Kleidung und Ernährung auf die Hilfe karitativer Einrichtungen wie Kleiderkammern oder Essensausgaben angewiesen. Die „Tafeln“ melden einen Rekord von 1,5 Millionen Menschen, die regelmäßig die bundesweiten Lebensmittelausgaben der Initiative nutzen. Andere können ihre Strom-, Wasser- und Heizkostenrechnung nicht mehr bezahlen. Oft fehlt am Monatsende Geld für die nächste Miete.

Dadurch steigt auch der Anteil der überschuldeten Rentner: Der Inkassodienstleister Creditreform hat errechnet, dass bereits jeder vierte Neuschuldner in Deutschland über 50 Jahre alt ist. Der Anteil der neuverschuldeten Rentner im Alter von über 70 Jahren stieg zuletzt um 12 Prozent und erreicht damit ein Rekordhoch von fast 200.000 Betroffenen. Wer von einer kleinen Rente leben muss, kann unvorhergesehene Ausgaben nur schwer verkraften. Was, wenn hohe Reparaturkosten etwa für Waschmaschine, Auto oder andere Dinge des täglichen Lebens den Geldbeutel belasten? Da hilft oft nur der Dispo oder ein Bankdarlehen. Doch die Erfahrung zeigt: Aus einem finanziellen Engpass kann schnell ein Dauerzustand werden, aus dem die wenigsten ohne zusätzliche Einnahmen schnell wieder herauskommen.

Zwischen Männern und Frauen klafft eine riesige Rentenlücke. So erhalten Frauen nach letzten Erhebungen im Schnitt 53 Prozent weniger Rente als Männer. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervor. Hochrechnungen haben ergeben, dass es noch Jahrzehnte dauern kann, bis die Rentenlücke zwischen den Geschlechtern geschlossen wird.¹ Zugleich nimmt auch die Zahl von Frauen unter Neuschuldnern dramatisch zu – ihr Anteil liegt laut Creditreform bereits bei 60 Prozent.

Die Gründe für diese beängstigende Entwicklung haben mit den oft sehr unterschiedlichen Lebensverläufen von Männern und Frauen zu tun: Viele Frauen unterbrechen oder beenden ihr Studium oder ihre Berufstätigkeit zugunsten ihrer Partnerschaft, vor allem nach der Geburt eines oder mehrerer Kinder.  Werden die Kinder älter, heißt es dann für viele Frauen: jetzt aber noch mal Gas geben! Das ist aber aus den unterschiedlichsten Gründen gar nicht so einfach: Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung gehen von allen erwerbstätigen Frauen ab 44 Jahren nur 24,8 Prozent einer Vollzeitbeschäftigung nach. Bei den Männern sind es immerhin 54,6 Prozent – wobei viele Männer in diesem Alter bereits auf einen besseren Rentenverlauf zurückblicken können.

Besonders nach einer Trennung und für alleinerziehende Mütter bleibt eine später ausreichende gesetzliche Rente somit oft ein unerfüllbarer Traum. Deshalb sorgen immer mehr Frauen so früh wie möglich selbst vor.

1 Download Antwort der Bundesregierung vom 14.07.2017 auf eine Kleine Anfrage von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN – Drucksache 18/13119 – im Deutschen Bundestag

Wer mehr als die gesetzliche Grundrente erhalten will, muss 45 Jahre lang durchgehend in Vollzeit (mindestens 38,5 Wochenstunden) gearbeitet haben – bei einem Stundenlohn von mindestens 12,63 Euro. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage hervor.¹

Doch wie sieht es im Alltag aus? Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) werden viele Beschäftigungen – vor allem von Frauen – auf Teilzeitbasis ausgeübt, sind befristet oder saisonabhängig.

Arbeitsplätze werden häufiger gewechselt, Beschäftigungspausen von Wochen, Monaten oder gar Jahren (zum Beispiel durch Elternzeiten oder Pflege von Angehörigen) sind keine Seltenheit.

Fakt ist auch: Frauen üben häufig Berufe im unteren Lohnniveau aus. Doch selbst bei gleicher Beschäftigung und Qualifikation verdienen Frauen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt sechs Prozent weniger als Männer.²

Unterm Strich bleibt es daher vor allem für Frauen schwierig, im Alter auf eine Rente zu kommen, die über der gesetzlichen Grundrente von derzeit 814 Euro liegt.

1 Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales vom 07.05.2018 auf eine Anfrage der stellv. Fraktionsvorsitzenden der LINKEN im Deutschen Bundestag, Susanne Ferschl

2 Statistisches Bundesamt: Verdienste & Verdienstunterschiede, Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern 2017, bereinigter Gender Pay Gap: 6 Prozent (abgeleitet aus 2014)

Gesundheit,Wohnen, Ernährung – mit welchen zusätzlichen Belastungen muss man eigentlich rechnen, wenn man älter wird?

Grundsätzlich gilt: Die Lebenshaltungskosten im Alter verändern sich. Im Vergleich zum mittleren Lebensalter ist in den meisten Fällen mit einer Ausgabensteigerung zurechnen.

Verbraucherzentralen, Behörden und Forschungsinstitute haben die Faktoren verglichen, die Einfluss auf die Lebenshaltungskosten im Alter haben. Hier die wichtigsten Eckpunkte:

Wohnen

Das Wohnen macht rund 35 Prozent unserer Lebenshaltungskosten aus.¹ Auf das Alter bezogen bedeutet das: Wer zur Miete wohnt, muss später mit höheren Mietkosten rechnen. Bei Eigenheimbesitzern entfallen später zwar oft die Tilgungsraten. Doch wie bei Mietern auch werden Nebenkosten wie Heizung, Wasser, Strom oder Müllgebühren fällig – und auch hierbei ist mit Preissteigerungen zu rechnen. Hinzu kommen Wartungs- und Reparaturkosten: Etwa alle zehn Jahre wird eine neue Heizanlage fällig, Rohre müssen erneuert und Mauerwerk ausgebessert werden. Der Eigentumswert selbst bleibt „totes Kapital“. Unterm Strich werden die Wohnkosten somit für alle gleichermaßen eher steigen als sinken.

Mobilität

Es kommt zudem darauf an, wo man wohnt und welche Distanzen im Alltag zurückzulegen sind (zum Beispiel für Arzttermine, den Besuch bei Verwandten oder für Kulturveranstaltungen). Denn auch die Kosten für Mobilität werden in Zukunft deutlich zulegen, sagen Wirtschaftsforscher.²

Ernährung, Kleidung, Unterhaltung

Ein weiterer dicker Posten in der Haushaltskasse. Diese Kosten werden stark von der Inflationsrate beeinflusst. Ein Beispiel: Opa zahlte 1950 für ein Kilo Brot keine fünf Groschen – heute ist Brot umgerechnet mehr als zehn Mal so teuer.³ Zwar sind seither auch die Durchschnittseinkommen kräftig gestiegen, doch längst nicht alle Einkommensklassen können mit den stetigen Preissteigerungen mithalten. Eine Studie des Instituts Prognos belegt:
Geringverdienern wachsen die Preiserhöhungen für tägliche Ausgaben zunehmend „über den Kopf“. Besonders betroffen von der Schere zwischen steigenden Preisen und geringen Einkünften sind demnach alleinerziehende Mütter.4

Gesundheit

Auch wer lange fit bleibt, wird später in der Regel mehr Zeit im Wartezimmer von Ärzten verbringen, um sich seine Gesundheit zu erhalten. Zusammen mit Medikamenten, Therapien oder dem jährlichen Kuraufenthalt kommen nicht selten mehrere Tausend Euro Zusatzkosten pro Jahr auf ältere Menschen zu. Spätestens, wenn jemand ernsthaft erkrankt, operiert werden muss oder gar zum Pflegefall wird, kann er für einen ausreichenden „Notgroschen“ auf dem Konto dankbar sein.

1 https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/
EinkommenKonsumLebensbedingungen/Konsumausgaben/Tabellen/Haushaltsgroesse.html

2 „Die Zukunft der Mobilität – Szenarien für Deutschland in 2035“, Institut für Mobilitätsforschung, München 2015

3 1. „Was-war-wann“: Historische Werte /Brotpreise; 2. „Brotexperte“: „Überraschung beim Brotpreis“ 1.10.2017

4 Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung: Studie zu Lebenshaltungskosten in Deutschland, Gütersloh 2017